Dienstag, 21. September 2010

zweite Woche

2nd week
Unter der Woche ist nicht viel Spannendes passiert. Dienstag waren wir natürlich wieder alle beim Chickenwingsessen im Wild Wing, unserem Stammrestaurant. Wobei wir sonst auch recht häufig außerhalb Essen gehen. An Fastfoodketten kann ich bisher uneingeschränkt Subway (wird man auf jeden Fall satt für gut 6$; die hauen hier auf jeden Fall mehr drauf als bei uns zu Hause) und Foodruckers (dort kann man den Basisburger bestellen, z. B. 2/3 lb = ca. 300g und dann selbst das andere Zeug wie Zwiebeln, Salat, Gurken drauflegen; man kann sogar sagen, ob man das Fleisch medium haben möchte) empfehlen. Alles Andere fand ich bisher nicht allzu überzeugend. Entweder sieht man schon wo die Zutaten wohl herkommen oder das Preisleistungsverhältnis stimmt nicht ganz. Allerdings denke ich immer noch viel in € und halte deshalb einige Sachen doch für recht teuer, obwohl sie es eigentlich gar nicht sind.  Auch mit den Lebensmitteln komm ich nicht ganz klar. Wir kochen eigentlich immer ziemlich dasselbe: Reis oder Nudeln als Basis, dann Tiefkühlgemüse oder aus Gemüse aus der Dose dazu und zum Abschluss noch eine Fertigsoße aus dem Glas. Zum Verfeinern plündern Dra und ich immer noch den Gewürzschrank und mischen uns nach Geflügelbrust unter den Reis. Das schmeckt zwar schon ganz gut, bietet aber eben nicht viel Abwechslung. ;)

Charleston
zu dritt im Kingsizedoppelbett
Hotel in der Nachbarschaft (gibt tolle Äpfel dort ;))
Harley
Atlantik
wir lieben Roadtrips
Nun komm ich endlich zum Wochenende. Freitags ging‘s direkt vom Boschgelände los in Richtung Osten. Wir haben zwei  Zimmer im Double Tree Hotel in Charleston am Atlantik gemietet. Das Hotel liegt sehr günstig im Stadtzentrum und ist damit direkt im Ausgehviertel, was uns sehr gelegen kam. Allerdings waren wir zu 7., drei Mädels und vier Jungs und die Zimmer hatten wider Erwarten kein Ausziehsofa. Glücklicherweise hatte unser Zimmer noch einen Sessel auf dem man irgendwie doch schlafen konnte. In der zweiten Nacht waren wir dann sogar zu 5. in unserem Zimmer. Mike hatte dann aber zum Glück ne Matratze dabei. Denn mit vier ausgewachsenen Herrschaften wird selbst ein Kingsizedoppelbett irgendwann zu klein.
Freitagabend sind wir nach kurzem Aufenthalt auf den Zimmern schnell in ein Restaurant, das uns vom Hotelpersonal nach der Frage nach Studentenpreisen empfohlen wurde, gegangen. Die Studenten in Charleston müssen wohl recht wohlhabend sein. Unsere Leute waren zum Teil sehr enttäuscht, da sie für einen halben Teller 24$ zahlen mussten. Danach haben wir uns kurz erkundigt wo der Bär steppt und haben uns dann ne tolle Bar rausgesucht. Leider machen in den USA freitags alle Bars um 0200 zu und samstags die meisten sogar um schon um 0000. Da wir noch nicht genug gefordert waren, sind wir (die vier Kerls, die Mädels haben uns schon früher verlassen) in den Hotelinnenhof gezogen und hatten noch Spaß bis in die Morgenstunden.
Die Mädels waren schon alleine frühstücken, deshalb haben Dra, Christian (25, aus Jena), Martin (22, aus Chemnitz) und ich im Subway gebruncht, um anschließend mit allen gemeinsan gemütlich an den Strand, namens Folly Beach, zu fahren. Der sah ganz anders aus, als das was ich bisher vom Atlantik kannte. Im Gegensatz zur franz. Küste gibt es hier keine wirklichen Dünen und der Strand ist viel kürzer. Dazu kommt noch, dass das Wasser hier richtig warm ist. Bietet kaum noch Erfrischung.
Samstagabend wieder das Gleiche. Dieses Mal waren wir Spareribs essen. Das waren wenigstens mal ordentliche Portionen und wir sind alle satt geworden.
Sonntagmorgen sind wir zur Abwechslung alle gemeinsam zum Frühstücken gegangen. Danach haben wir Tickets für einen Bootstrip gelöst. Auf dem Heimweg haben wir noch einen Stopp auf einer ehemaligen Plantage eingelegt. Martin, Dra und ich wurden allerdings von den durchzechten Nächten eingeholt und haben es vorgezogen uns auf einer Wiese niederzulassen und ne Stunde zu dösen.
relaxxing in der Plantage

Gestern wurde ich spontan gefragt, ob ich Lust hab, mit auf n See zu kommen. Ein Arbeitskollege, Kevin, hat ein Boot. Kevin hatte auch noch Wakeboard und Wasserski miteingepackt. So kam mich zu meinem ersten Versuch auf s Board zu steigen. Die ersten waren auch sehr schwerlich. So kam es, dass zu Beginn Kevin und die andern Jungs immer ohne mich abgezogen sind. Nachdem ich den andern die Handlebar übergeben hatte und so studieren konnte, wie sie es anstellen, aus dem Wasser zu kommen, hat es bei meiner zweiten Runde schon viel besser geklappt. Irgendwann war ich dann so weit, dass ich endlich aus dem Wasser steigen konnte und ich auf dem Board stande. Das macht richtig Laune. Kann ich nur jedem empfehlen, das zu versuchen, wenn er die Chance haben sollte.
Heute ist eigentlich Wild Wing-Tag. Ich hab mich aber dagegen entschieden und war mit meinem Chef laufen. Er hat mir ne Runde gezeigt, die etwas länger (2,5km) ist, als die Andere, die ich bisher kenne. So kann ich wenigstens mal 10km laufen und verlern es nicht ganz während meiner Zeit hier drüben.

So, jetzt geht’s ab in die Koje …

Sonntag, 12. September 2010

first week

typical car - as the picture: xtra large



1. TAG
Angekommen sind wir um 1815 am Airpot GSP in Greenville. Noch im Flugzeug habe ich meinen zukünftigen Mitbewohner, Drazen (gesprochen Draschen; 23, Heimat Kroatien, Studienort Esslingen), kennengelernt. Er hatte den Sitzplatz direkt vor mir. Mathias (27 aus Heidelberg), ein weiterer Intern, hat uns am Flughafen abgeholt und zu unserem Appartmentkomplex Overlook, der direkt am Lake Hartwell liegt, gefahren. Abends haben uns Simon und Mathias gleich unserer zukünftigen Stammkneipe vorgestellt. Dienstags gibt es dort immer Chickenwings für den halben Preis.
Poolhäuschen


2. TAG
Hatte eine nicht allzu erholsame Nacht, schlecht geschlafen. Irgendwann konnte ich mich aber trotzdem aufraffen vor dem Frühstück laufen zu gehen. Laufen war eher ernüchternd, da ich letztendlich auf der Straße laufen musste. Der Lake Hartwell ist nicht zum Laufen geeignet, wie  ich insgeheim gehofft hatte. Die Amerikaner erkunden die Natur lieber mit dem Motorboot. Anschließend gab es Frühstück und für mich eine neue Kamera bei BestBuy. Zum Mittagessen haben wir uns zusammen mit Simon (sozusagen mein Vorgänger bei Bosch) mit einigen Boschingenieuren getroffen. Danach war für Drazen und mich pooltime angesagt. Wetter ist richtig gut hier: locker 30°C!

Washington D. C.
Gay Bar - wie Meike schon erkannt hat: Electric Six - Gay Bar
view vom Washington Memorial auf die National Mall; im Hintergrund das Capitol
Interns und Abraham Lincoln
Nach dem vergeblichen Eindringungsversuch ins Pentagon
Freitagabend haben wir uns für 2200 mit 11 weiteren Interns für die Abfahrt nach Washington D. C. verabredet. D. C. ist gute 800km von Anderson entfernt, aber das ist ja bekanntlich keine Entfernung für die USA. Nach 8,5h Fahrt sind wir dann also gegen 0630 in der Hauptstadt angekommen. Gesehen haben wir Union Station, National Mall, Capitol, White House, Washington und Abraham Memorial, Nationalfriedhof Arlington und mehr oder weniger das Pentagon. Markus und ich haben versucht uns Zutritt zu verschaffen wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Am ersten Wachposten stand gleich ein Kerl hinter einer schusssicheren Scheibe und meinte „Stay right there“. Auch nach freundlichen Diskussionen unsererseits wollte er sich nicht umstimmen lassen, sondern forderte lieber noch Verstärkung in Form eines Kollegen an. Am Samstagabend waren wir alle sehr müde. Insbesondere unser Auto, da wir auf der Hinfahrt lieber gute Musik gehört und uns kennengelernt haben als zu schlafen. Da wir aber nach dem Essengehen trotzdem noch nicht ins Bett wollten, kam es wie es kommen musste und wir landeten in einer Gaybar.
Das wurde uns allerdings auch erst klar als die ersten Jungs unserer Gruppe Drinks spendiert bekommen haben. ;) Monagabend um 2300 waren wir nach einer spaßigen Rückfahrt wieder in Anderson, SC.

First days at work
Am Dienstag hat für uns, die neuen Interns Drazen, Torsten, Martin und Maxe (unser dritter Mitbewohner) um 0800 der erste Arbeitstag zunächst mit einem Haufen Papierkram angefangen. Danach wurde wir in unsere jweiligen Abteilungen geführt. Dort habe ich erst einmal abgeklärt, ob mit meine Bachelorthesis alles klargeht. Mir ist zu Ohren gekommen, dass in den USA weder Bachelor- noch Masterthesis geschrieben werden. Es war auch so wie ich befürchtet hatte. Glücklicherweise ist mein Supervisor deutsch -  er kommt von Bosch Bamberg – und so konnten wir schnell alles klären. Nun ist es wohl nicht optimal, da er wenig Zeit hat, aber wir werden es hinbekommen.
Nach Feierabend haben Drazen (wird von mir nun Dra, gesprochen wie Dr. Dre, also Dray genannt) und ich einige andere Interns zum YMCA Fitnessstudio begleitet. Nicht halb so toll wie das Campus, mein alter Fitnessclub in Pirmasens, aber dafür auch nicht mal halb so teuer. Läuft also. Abends sind dann alle Interns ins Wild Wing gezogen um das Chickenwingszumhalbenpreisangebot uns nicht durch die Lappen gehen zu lassen. Drazen und ich sind auf die Idee gekommen hinzulaufen, da es um die Ecke ist. Leider konnten wir uns nicht mehr daran erinnern, dass die Straße dort hin vierspurig ist und weit und breit kein Sidewalk zu finden war. Sind also über den Grünstreifen gerannt. Das nächste Mal werden wir uns wohl doch ins Auto setzen und fahren.
Am Wochenende waren wir (wir heißt immer mind. Dra und ich; dieses Mal waren noch Thomas aus Kempten und Christian aus Jena) Freitag- und Samstagabend jeweils in Clemson mit Barhopping beschäftigt. Clemson beherbergt eine große Universität und ist die Heimat einer erfolgreichen Universitätsfootballmannschaft. Weshalb hier samstags auch alles immer in Orange (Farbe der Clemson Tigers) getaucht ist. Samstagmittag war ich mit Christian im YMCA. Anschließend haben wir noch zum ersten Mal die Laufstrecke um das Krankenhaus, das direkt neben dem Fitnessstudio liegt, eingeweiht.

So und jetzt sind wir an dem Zeitpunkt angelangt, an dem es bei mir hier Zeit für Pooltime wird. :P

P.S.: Ich hab nicht nochmal alles durchgelesen, da ich jetzt bei dritten Fassung endlich mal fertig werden wollte. Also freut euch über Schreibfehler und ungünstige Formulierungen